FUT Haartransplantation

Follicular Unit Transplantation ist eine Methode, bei der einem Spendergebiet – üblicherweise dem Haarkranz am Hinterkopf – ein behaarter Hautstreifen entnommen wird, aus diesem unter dem Mikroskop einzelne Haarfollikel oder follikulare Einheiten präpariert werden. Diese Follicular Units, kurz FUs genannt, wachsen in 1er-, 2er- oder auch 3er-, 4-er und selten auch in 5er-Gruppen. Die so gewonnenen Transplantate werden in ein vorbereitetes Empfängergebiet verpflanzt. Da die entnommenen Haare auch nach der Eigenhaarverpflanzung ihre genetische Information behalten, wachsen sie nach einer Transplantation ebenfalls ganz natürlich im Transplantationsgebiet. Um die notwendige Anzahl der Haarfollikel für ein möglichst natürliches Ergebnis zu erreichen, wird die vorhandene Haardichte des Patienten im Entnahmebereich durch die sogenannte Dichtemessung so genau wie möglich ermittelt. Dazu wird die Anzahl der follikulären Gruppen pro Quadratzentimeter vor jeder FUT-Behandlung gemessen und so die ideale Größe, bzw. Länge und Breite des zu entnehmenden Hautstreifens berechnet. Der behaarte Streifen wird mit Hilfe eines Skalpells absolut schonend entnommen. Die Entnahme findet unter lokaler Betäubung statt, daher ist der Entnahmeprozess völlig schmerzfrei.
FUT: Moderne Technik

Die FUT unterteilt sich in vier Hauptbereiche:
- Entnahme des Spendermaterials
- Vorbereitung der Haareinheiten/Haarfollikel
- Vorbereitung des Empfängergebietes
- Platzierung/Implantierung der Transplantate der Grafts 

FUT

Innerhalb des letzten Jahrzehnts wurden in allen vier Teil-Bereichen der FUT entscheidende Verbesserungen entwickelt, so dass u. a. die Überlebensrate der Grafts und die natürlichen Ergebnisse – und somit die Erfolge immer besser wurden. Dabei geht es immer um die beiden wichtigsten Ziele einer Haartransplantation: Die Wünsche und Möglichkeiten der Patienten hinsichtlich der optimalen Natürlichkeit und Dichte zu erreichen. Die moderne FUT kann diese Ziele erfolgreich leisten – auch wenn die Transplantation der feinen Grafts, die verwendet werden, kompliziert und anspruchsvoll ist und eine erfolgreiche Haarverpflanzung einen erfahrenen, sorgfältigen Haarchirurg verlangen.

Die Geschichte der FUT
Bereits in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurden erfolgreich erste Haartransplantationen durchgeführt – die transplantierten Haargruppen wuchsen in kahlen Stellen nicht nur an, sie produzierten auch zumeist kräftige Haare. Die verschiedenen, heute bekannten Methoden der Haartransplantationen entwickelten sich erst nach und nach. (mit Geschichte der Transplantation verlinken) Im Laufe der Jahre wurde herausgefunden, dass Haare in natürlichen Gruppen, den sogenannten follikulären Einheiten wachsen. Dies war der Beginn der sogenannten Follicular Unit Transplantation, kurz FUT genannt.

FUT
Bei der FUT-Technik wird dem Spendergebiet, meist dem hinteren Kopfbereich, ein Hautstreifen entnommen. Aus diesem werden unter dem Mikroskop follikuläre Einheiten, d. h. Haarwurzelguppen, extrahiert, wobei die natürliche Gruppenanordnung beachtet und beibehalten wird. Diese entnommenen Einheiten werden mittels Mikroinzisionen in das gewünschte Gebiet gepflanzt und dabei so angeordnet, dass möglichst ein natürliches Muster und eine natürliche Verteilung kreiert wird.

Die FUT löste die Mini-Mikro-Graft-Transplantation somit sehr schnell ab und erwies sich als die Methode der Wahl, um Spenderhaare auch in größere Kopfhautflächen mittels einmaliger Entnahme zu transplantieren. Die Follicular Unit Transplantation ist seit mehreren Jahren der Goldstandard im Bereich Haartransplantation.
Wer eignet sich für eine FUT?
Der größte Vorteil einer Streifenentnahme ist die große Anzahl der FUs, die innerhalb einer Behandlung – in einer Megasession - entnommen und transplantiert werden können. Im Gegensatz zu einer Follicular Unit Extraction können bei einer Follicular Unit Transplantation weitaus mehr Haare in sehr viel kürzerer Zeit entnommen werden, was die Entnahmezeit und somit den Zeitaufwand verkürzt. Die Follicular Unit Transplantation eignet sich in erster Linie für Patienten des Typs Norwood III bis VII, da diese eine größere Anzahl an Transplantaten benötigen. Patienten, die älter als 30 bis 35 Jahre sind, werden ebenfalls als geeignete Patienten gesehen, da bei ihnen das Auftreten des sogenannten Stretch-back-Effektes weniger ausgeprägt ist. Die FUT bietet sich weiterhin für kombinierte Behandlungen an: Beispielsweise können in einer Operation Narben einer früheren Haarverpflanzung korrigiert bzw. vermindert werden und gleichzeitig die Entnahme und darauf folgende Haartransplantation durchgeführt werden.
Die Grenzen der FUT

Die Narbe, die eine FUT Behandlung am Hinterkopf des Patienten hinterlässt, ist sehr schmal, meist lediglich 1 bis 2 Millimeter breit. Die Länge variiert und es handelt sich immer um eine lineare Narbe – dennoch ist sie mehr oder weniger sichtbar. Dies hängt allerdings nicht nur von den Fähigkeiten und der Erfahrung des Haarchirurgen und der durch ihn verwendeten Technik ab, sondern auch von individuellen Faktoren, wie zum Beispiel dem Alter des Patienten, dem Hauttyp bzw. der Hautbeschaffenheit, der Hautspannung und dem Heilungsprozess ab. Die Entwicklung der Narben ist nicht vorhersehbar, dies gilt auch, wenn der Patient bisher optimale Heilprozesse mit guter Wundheilung durchlaufen hat. Zu bedenken ist ebenfalls, dass sich die lineare Narbe durch den individuellen Heilungsprozess und Spannungen (Stretch-back-Effekt), die auf die Kopfhaut einwirken, sich verändern kann. Dies kann direkt nach der Behandlung oder im Laufe der folgenden sechs Monate auftreten. Die Wunde wird vernäht oder geklammert, d. h. es müssen Fäden bzw. Klammern entfernt werden. Je nachdem, wie lang und breit die Narbe der FUT ausfällt, können Haarschnitte mit einer Haarlänge unter 10-15mm nicht getragen werden, ohne das die Narbe sichtbar ist.

Behandlung, Heilungsprozess und postoperative Komplikationen

Der Donorbereich sollte idealerweise vor der Behandlung rasiert werden, insbesondere bei einer High Density-FUT oder Megasessions. Ausnahmen sind jedoch möglich und sollten mit Dr. Feriduni persönlich besprochen werden. Bei kleineren Eingriffen kann manchmal ganz darauf verzichtet werden. Es kommt sehr selten vor, aber wie bei jeder Operationen können auch bei einer FUT während der Behandlung und ebenfalls postoperativ Komplikationen im Heilungsverlauf auftreten; dazu gehören zum Beispiel Narbenschmerzen oder Wundinfektionen. Im Bereich der Entnahme kann es zu einem vorübergehenden Taubheitsgefühl oder Spannungen kommen und die Dauer der Wundheilung ist durch die Größe des Schnitts mit ca. 14 Tagen relativ lang. Nach der Behandlung muss für etwa 6 Wochen auf die Ausübung von aktivem Sport (Bodybuilding, Kraft- und Kampfsportarten) verzichtet werden. Leichte sportliche Betätigung, wie Joggen, Schwimmen, Fahrradfahren, kann bereits vorsichtig 2 Wochen nach einer Behandlung ausgeübt werden. Bei der Entnahme der Spenderhaare können Haarfollikel, die sich unmittelbar an der Schnittlinie befinden, beschädigt oder verletzt werden. Die Wunde wird vernäht oder mit Metallklammern geschlossen, wodurch Haarfollikel ebenfalls beschädigt werden können. Nach dem Eingriff können kurzzeitig Schwellungen und auch der vorübergehende Ausfall der transplantierten FUs auftreten. (mit Shock Loss verlinken)

Trichophytic Closure

Die Trichophytic Closure-Technik ist eine Technik, um Narben nach einer Hautstreifenentnahme optimal bzw. weitgehend unsichtbar zu verbergen. Weitere Vorteile sind die Verfeinerung der Narben im Gegensatz zu früheren Verschlussverfahren und die Anwendungsmöglichkeit bei allen gängigen Transplantationstechniken. Dazu werden bei einer Tricho die entstandenen Schnitte durch eine Übereinanderlappung der Wundränder genäht oder geklammert: Eine Seite der bestehenden Haut wird in einem schrägen Winkel eingeschnitten, danach werden die benachbarten Hautteile zur Schließung der Wunde zusammengebracht und haften wegen des eingeschnittenen Winkels überlappend zusammen. Nun liegt ein Teil des Kopfhautgwebes unter dem anderen – und in ihm auch Haarfollikel, die nach und nach durch das Hautgewebe, also auch durch die spätere Narbe wachsen und so den Bereich des Spendergebietes natürlich aussehen lassen. Es ist durchaus möglich, dass Patienten mithilfe dieser Verschlusstechnik nach einer FUT einen Kurzhaarschnitt – 6 bis 8 mm - tragen können. Aus diesem Grund bietet diese Technik bestimmten, selektierten Patienten mit einem kurzen Haarschnitt eine Alternative zur. Follicular Unit Extraction (FUE). Die Trichophytic-Verschlusstechnik kann bei Patienten angewendet werden, die sich bereits zuvor einer FUT-Behandlung zur Verbesserung der Spendernarbe unterzogen haben. Diese Technik wird jedoch auch bei einer ersten FUS-Behandlung verwendet und ist besonders für Rekonstruktions- oder Korrekturbehandlungen geeignet. 

Der Erfolg einer Trichophytic Closure hängt nicht nur von den Fähigkeiten und der Erfahrung des Haarchirurgs ab, sondern auch vom Heilungsprozess und der Hautbeschaffenheit des Patienten. Nicht jeder Patient, insbesondere jüngere Patienten, eignet sich für ein Tricho-Closing, daher entscheidet Dr. Feriduni individuell über die Anwendung der Verschlusstechnik.
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