FUE Haartransplantation

Follicular Unit Extraction ist eine Technik, um einem Spendergebiet - in der Regel dem Haarkranz, aber in manchen Fällen auch vom Rücken oder dem Brustbereich (soweit vorhanden) - Haare zu entnehmen. Im Gegensatz zur FUT werden der Kopfhaut durch die FUE-Technik einzelne Haarwurzelgruppen oder einzelne Haareinheiten, die so genannten follikulären Einheiten entnommen. Die FUE nutzt dazu kleinste kreisförmige Punches. Diese führen sehr kleine Einschnitte im Bereich über der follikulären Einheit direkt auf der Kopfhaut durch. FUE wird in unserer Privatklinik in Hasselt, Belgien, unter örtlicher Betäubung durchgeführt und ist schmerzfrei.
Eine FUE-Haartransplantation ergibt ein schönes Ergebnis ohne sichtbare Narben!
Vorteile FUE
- Keine lineare Narbe
- Verkürzte Zeit der Wundheilung
- Weniger Schmerzen im Bereich der Spenderzone
- Vorteilhafte Technik mit einer Tendenz zu verbreiterter Narbenbildung
- Empfehlenswert, um Narben im Spendergebiet zu reparieren, die nicht herausgeschnitten werden können
- Erweitert das Gebiet der Spenderhaare und vergrößert die Anzahl des Spenderbereiches
- Ermöglicht die Entnahmen von Spenderhaaren aus Körper- und Barthaaren
- Empfehlenswert für Patienten, die nur eine kleine Anzahl Grafts benötigen
Anwendungsgrenzen FUE
 

Im Vergleich zu einer FUT können dem Spendergebiet bzw. Entnahmebereich bei einer FUE zahlenmäßig deutlich weniger Haare pro Behandlungssitzung entnommen werden. Bei einer FUT wird dem Spenderbereich bzw. dem Entnahmegebiet der bestmögliche Haarstreifen entnommen, sodass auch unbehaarte Bereiche zwischen den follikularen Einheiten (FUs) entfernt werden. 

Im Gegensatz dazu werden bei einer FUE einzelne Haare oder Haareinheiten entnommen, während die haarlosen Stellen dazwischen bestehen bleiben. Das heißt, in solchen Bereichen muss ausreichend Haar zurückgelassen bzw. nicht entnommen werden, um zu vermeiden, dass die Entnahme sichtbar ist. Grundsätzlich bedeutet dies, dass im Vergleich zu einer FUT mittels einer FUE nur ungefähr die Hälfte der Menge an Haaren entnommen werden kann. Im Allgemeinen können etwa 20 bis 25 Prozent der Haare pro Quadratzentimeter entnommen werden. Dies ist ein wesentlicher Nachteil, da die Menge der Spenderhaare stark einschränkt ist. Aus diesem Grund ist ein Haarchirurg oftmals gezwungen, Haarfollikel oberhalb und unterhalb des idealen Spendergebietes zu entnehmen, um so ausreichend Spenderhaare für eine Transplantation zu erzielen.

Eine FUE (Follicular Unit Extraction) hinterlässt eine große Zahl an Wunden. Auch wenn alle sehr klein sind, können sie dennoch zu Narbenbildung führen. Solche Micro-Narben können nachteilige Auswirkungen auf die umliegenden FUs haben, die dadurch lediglich eine eingeschränkte Menge an möglichem Spenderhaar bieten und so jede weitere Behandlung erschweren. Obwohl neue Techniken und Instrumente geholfen haben, diese Nachteile zu verringern, muss klar gesagt werden, dass eine FUE für Patienten mit mittlerem oder fortgeschrittenem Haarverlust nicht immer die beste Option ist. Ein weiterer Nachteil ist es, dass eine FUE meist sehr zeitaufwendig ist und hohe Labor-Kosten verursacht, was die Behandlung verhältnismäßig teuer macht.

 
Wer eignet sich für eine FUE?
Der größte Vorteil der Follicular Unit Extraction ist die Vermeidung einer linienförmigen Narben im Bereich des Spendergebietes. Nach lege artis (allen Regeln und Gesetzen der Kunst/des Könnens) ist nach einer korrekt durchgeführten FUE-Behandlung meist nicht mehr erkennbar, dass jemals eine Haartransplantation stattgefunden hat. Vorteilhaft für den Patienten, der nach der Behandlung einen Kurzhaarschnitt tragen möchte – auch wenn die Haare kürzer als 1 cm sind. Bei einer FUE können Narben entstehen, die in Form von kleinen weißen Punkten auf der Kopfhaut sichtbar sind. Die mögliche Narbenbildung hängt von unterschiedlichen Faktoren ab; so zum Beispiel von der Hautbeschaffenheit sowie der Auswahl der Punchs, der Eindringtiefe des Punches, der Anzahl der entnommenen Haarwurzelgruppen pro Quadratzentimeter und anderen, die im Einzelfall und bereits im Vorfeld untersucht werden können. Fast uneingeschränkt empfehlenswert ist eine FUE-Behandlung für Patienten, die nur eine kleine Anzahl von Eigenhaartransplantaten benötigen und wünschen. Ist der altersbedingte, zukünftige Haarverlust nicht genau vorhersagbar, kann eine FUE ebenfalls große Vorteile bieten.
Manche Patienten rasieren sich lieber den Kopf, weil es sie nicht so sehr stört, wenn sich bei ihnen im Laufe der Zeit eine Tonsur oder Haarausfall auf dem Kopf einstellt. Die FUE bietet in diesem Fall die Möglichkeit den Haarverlust in 1 bis 2 kleinen Behandlungen aufzuhalten und ermöglicht es Patienten dennoch eine sehr kurze Frisur zu tragen oder auch das Kopfhaar auf wenige Millimeter zu rasieren.

Patienten, die bereits eine Streifenentnahme bzw. -behandlung durchführen ließen und deren Kopfhaut im Bereich der Hinterkopfes, also des Spenderbereiches, eine erneute Entnahme eines Hautstreifens sehr schwierig macht, können durch mit Hilfe der FUE oftmals erfolgreich behandelt werden, denn mittels einer FUE können in diesen Fällen doch noch Grafts entnommen werden. Eine andere Möglichkeit ist es, die FUE mit einer Streifen-OP zu kombinieren, dadurch kann die Gesamtzahl der in einer Behandlung zur Verfügung stehenden Transplantate deutlich erhöht werden. Die FUE eignet sich ebenfalls für Patienten, die eine große, lineare Narbe einer erfolgten FUT mittels Streifenentnahme verbergen möchten.
Ob, welche, in welcher Zahl follikulare Einheiten beim jeweiligen Patienten entnommen werden können, unterscheidet sich individuell von Patient zu Patient. Bei manchen Patienten können mehrere Hundert follikuläre Einheiten pro Stunde und ohne Schaden für die Haarfollikel entnommen werden, bei anderen nicht. Die Qualität der FU, die Struktur der Haarwurzel und der Haut, die unterschiedlichen Wachstumsrichtungen der Haare je nach Entnahmeregion und einige weitere Faktoren, sind neben der korrekten Entnahmetechnik maßgebliche Faktoren. Aus diesem Grund sind Planung, ausführliche Beratung sowie verschiedene Untersuchungen und Alternativmöglichkeiten so wichtig.
Die Geschichte der FUE
Im Laufe der Jahre wurden immer mehr Grafts pro Behandlung verpflanzt; dementsprechend größer musste der entnommene Spenderstreifen sein, um so die gewünschte Anzahl an Grafts zu erhalten. Diese meist langwierigen Behandlungen verbesserten einerseits die Ergebnisse enorm, andererseits bemerkte man nur sehr langsam, dass die Entnahme eines größeren Spenderstreifens im Spendergebiet auch eine erhöhte Narbenbildung verursachte. Ein Grund für die Entwicklung der Follicular Unit Extraction, kurz FUE, war daher die Unzufriedenheit von Patienten und Ärzten mit den bisherigen Entnahme- und Transplantationstechniken. Damit verbunden war der Wunsch, die Narbenbildung im Bereich des Spendergebietes zu verringern, denn diese ist bei der Streifenentnahme vereinzelt problematisch. Die alternative Entnahme-Methode FUE bot die Möglichkeit einzelne Grafts mittels eines kleinen Micro-Punchs zu entnehmen. Frühe Versionen der FUE brachten dennoch Schwierigkeiten mit sich, denn die Follikelentnahme beanspruchte viel Zeit, wodurch die Kosten sehr hoch waren, und weitaus weniger Grafts als mit der Streifenmethode konnten auf einmal entnommen werden. Wie bei der Streifenentnahme wurden auch bei frühen Graftentnahmen viele Haarfollikel zerstört und konnten daher nicht verwendet werden. Die FUE hinterließ keine lineare Narben, dennoch waren die Narben, die aus vielen kleinen weißen Punkten bestanden, durchaus sichtbar, was den Siegeszug der FUE verzögerte. Zeitgleich erschwerten die Innovationen auf dem Gebiet der FUT die Akzeptanz der FUE. Besonders die Minimierung der linearen Narbe nach Entnahme des Spenderstreifens durch die Trichophytric-Closure-Technik drängte die FUE ein wenig in den Hintergrund.
FUE – eine verspätete Erfolgsstory
In den letzten Jahren wurden im Bereich FUE immense Fortschritte verzeichnet und die Technik immer weiter verfeinert: Kleinere Punchs werden verwendet, die sichtbare Narben auf ein Minimum reduzieren. Die Einschnitte sind präziser - und nicht zuletzt das Verständnis für den Aufbau, die Struktur, die Entnahme und die minimale Beschädigung der entnommenen Follikel sind positive Ergebnisse der Entwicklung. 
     

    Die Follicular Unit Extraction ist heute eine erfolgreiche Methode, um auch hohe Anzahlen von Haarwurzelgruppen (viele Grafts) zu entnehmen und mit sehr geringen Folgen – sprich Narbenbildung – zielführend zu transplantieren. Die Vor- und Nachteile der FUE und FUT unterscheiden sich. Die Anwendung und Eignung für den jeweiligen Patienten wird von Dr. Feriduni individuell und sorgfältig abgewägt.

     

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